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Bundeswehr: "An der Leistungsgrenze angekommen"

Rund 7.500 Soldaten der Bundeswehr befinden sich gegenwärtig im Auslandseinsatz. Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Bernd Siebert, sieht die Bundeswehr damit “allmählich an der Leistungsgrenze angekommen” und hat mit dieser Bewertung vermutlich Recht.

Dies zeigt, dass die Bundeswehr auch fast 20 Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts immer noch keine Einsatzarmee ist. Kleinere Staaten wie Großbritannien hingegen schaffen es, gleichzeitig zeitweise mit fast 40.000 Soldaten im Einsatz zu sein, die anders als die der Bundeswehr mit Masse für Kampfaufgaben eingesetzt sind und waren.

Die mangelnde Leistungsfähigkeit der Bundeswehr, was die Verfügbarkeit von Kräften für Einsätze angeht, ist in erster Linie das Ergebnis von Fehlern der Politik. Diese hält aus ideologischen Gründen an der Wehrpflicht fest und setzt falsche Schwerpunkte, z.B. in Form von Auflösung von Infanteriebataillonen und in erster Linie industriepolitisch motivierten Beschaffungsvorhaben. Deutschland verfügt daher über die modernsten U-Boote der Welt für den Einsatz in Nord- und Ostsee, aber weder über strategischen Lufttransport, noch über einsatzfähige Kampfhubschrauber oder leistungsfähige Aufklärungsdrohnen. Für Einsätze, in denen hauptsächlich Infanterie benötigt wird, steht gerade noch rund eine Handvoll Infanteriebataillone zur Verfügung, die im Einsatz zudem über zu wenig Transporthubschrauber verfügen. Man kann daher behaupten: Die niedrige Leistungsgrenze der Bundeswehr ist politisch gewollt.

6 Responses to “Bundeswehr: "An der Leistungsgrenze angekommen"”

  1. Harbi sagt:

    @Der Klaus
    Alles was eine grüne Litze trägt, gehört zur Waffengattung Infanterie (der Panzer spielt dabei keine Rolle). Zum “Tag der Infanterie” werden allerdings auch Sicherungskräfte von Marine und Luftwaffe eingeladen.

  2. Der Klaus sagt:

    Ich danke für die antworten. Dran, drauf, drüber fraktion, hehe.

    “Die niedrige Leistungsgrenze der Bundeswehr ist politisch gewollt.”

    Ohne Zweifel. Man sieht ja wie die Bundeswehr von Links mit Dreck und Hass beworfen wird, bis hin zu androhungen von Gewalt gegen Soldaten, und es wird von oben bestenfalls mit der Schulter gezuckt, bestenfalls ein paar warme Worte bei Sonntagsreden. Randale bei Gelöbnissen usw. Strafverfahren wegen Abwehr eines Angriffs der Taliban wie vor ein paar Wochen klingt auch schwer nach staatlich gewollter Wehrkraftzersetzung.

  3. Porsche sagt:

    Das die Bundeswehr keine reine Einsatzarmee ist, kann ich voll und ganz zustimmen. Aber was die Belastungsgrenze der Armee angeht, da greifen hier einige Leute zu kurz. Wir leisten uns im vergleich zu unseren Verbündeten auch noch im Moment traumhaftes im Bereich Einsatzdauer und Heimatstehzeit (Sind wir noch bei 4 Monaten?).

    Und was die Zahl der Grenie Battalione angeht, man solle sich mal die Zahl der Artillerie Battalione ansehen, da hatten wir Ende der 80er um die 90, heute sind das keine 5 mehr, das kann man auf Panzer auch locker ausdehnen.

    Man sollte aber mal überlegen, das diese Verbände bei weitem heute teurer ausgerüstet und ausgebildet werden müssen. Neben den hier schon genannten teuren Rüstungsprojekten und einem Sparwillen nachdem Ende des Kalten Krieges, waren aber auch falsche zu aufgeblähte Struckturen ein nicht unerhblicher Kostefaktor, welcher starck Mittel aufgressen haben, dir wir heute bräuchten.

  4. SiPol sagt:

    @DerKlaus:
    Die “Dran, Drauf, Drüber”-Fraktion habe ich tatsächlich unterschlagen, obwohl sie in Afghanistan wertvolle infanteristische Dienste leistet. Dennoch: Es gibt m.E. zu wenig Infanterie in der Bundeswehr.

  5. Der Klaus sagt:

    Frage: Es ist von Infantrieeinheiten die rede, die Panzergrenadiere gehören aber zur Panzertruppe, zumindest nominell. Sind die aber auch gemeint wenn von Infantrie die rede ist? Ohne Panzer ist der Grenadier ja genau das und sie sind ja auch in Afghanistan.

    Erst gestern habe ich gelesen das es nur noch 8 Panzergrenadierbattalione gibt, in den 80ern aber noch 64 PzGren Battalione (!) vorhanden waren. Daran kann man sich den Kahlschlag dieser Truppe vor Augen führen.

  6. chickenhawk sagt:

    Der Einschätzung stimme ich uneingeschränkt zu.

    Ich denke, es ist überdies angebracht, auf eine Grundtatsache hinzuweisen: Deutschland ist – nach den Erfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vielleicht nicht ganz unverständlich – ein durch und durch pazifistisches Land.

    Das hat Konsequenzen: Wir werden es nicht erleben, dass eine deutsche Regierung die Bundeswehr in einen echten Kriegseinsatz schickt. Man muss sich doch nur einmal vor Augen führen:

    Schon wenn ein deutscher Soldat in Afghanistan aus dem Hinterhalt angegriffen wird, der Soldat das Feuer erwidert und dabei Aufständische getötet werden überlegt sich ein Oberstaatsanwalt in Potsdam, ob dem Soldaten, der sich partout nicht erschießen lassen wollte, nicht evtl. der Prozess in Deutschland gemacht werden soll.

    Auch diejenigen, die den Afganistan-Einsatz für richtig halten und für die Bündnistreue wichtig ist müssen eingestehen: Ein *echter* Kriegseinsatz würde von der großen Bevölkerungsmehrheit in Deutschland nicht unterstützt, und keine Bundesregierung könnte sich darüber hinwegsetzen.

    Wenn man es ein wenig überspitzt ausdrückt: Die Bundeswehr wird in Afghanistan (und evtl. bei ähnlich gelagerten Einsätzen in der Zukunft) niemals mehr leisten können, als was in den Augen der Bündnispartner wie ein waffenloser Dienst in Uniform aussieht.

    Diese grundsätzliche deutsche Nichtbereitschaft zur Kriegsführung müssen wir uns und den Bündnispartnern eingestehen.

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