Als Reaktion auf die jüngsten Vorfälle mit zivilen Kollateralschäden und afghanische Beschwerden u.a. über Hausdurchsuchungen hat ISAF und USFOR-A Kommandeur General McChrystal verschärfte Auflagen in Form einer neuen taktischen Direktive befohlen:
- Luftnahunterstützung gegen Objekte, in denen sich möglicherweise Zivilisten aufhalten, ist nur noch dann zulässig, wenn andere Optionen zum Schutz der eigenen Kräfte z.B. (Ausweichen) nicht zur Verfügung stehen.
- Hausdurchsuchungen und das Betreten afghanischer Häuser sind nur noch in Begleitung afghanischer Sicherheitskräfte zulässig.
Die Auflagen werden taktische Nachteile beim Kampf gegen die Aufständischen zur Folge haben, aber operativ und strategisch vermutlich positive Wirkung zeigen. Ohne die Unterstützung der afghanischen Bevölkerung kann der Einsatz nicht erfolgreich sein.
Weiteres Verbesserungspotential, was die Gewinnung von Unterstützung in der Bevölkerung angeht:
- Mangelndes Halten von Räumen führt dazu, dass die Aufständischen die Bevölkerung lokal einschüchtern können, Wiederaufbau und Entwicklung nicht stattfinden können und die Bevölkerung wieder und wieder den Folgen von Kampfhandlungen ausgesetzt ist.
- Unerfahrenes Personal und häufige Rotationen tragen dazu bei, dass Versprechen an die Bevölkerung häufig nicht gehalten werden, was Frustration erzeugt.
- Unsichere Soldaten gefährden die Bevölkerung durch gefährliches Fahrverhalten.
- Die Leistungsfähigkeit der afghanischen Regierung ist häufig mangelhaft, insbesondere im Bereich Polizei und Justiz.
Die meisten dieser Probleme werden gegenwärtig angegangen. Ob die Konsequenz des Handelns und die zur Verfügung gestellten Mittel ausreichen, wird sich zeigen.