In der deutschen Diskussion herrschen übertriebene Erwartungen an das Völkerrecht vor. Zuweilen ähnelt der Umgang mit völkerrechtlichen Dokumenten dem mit religiösen Texten, denen höhere moralische Weisheit, absolute und universelle Gültigkeit sowie Unveränderlichkeit unterstellt wird.
Der Juraprofessor Eric Posner korrigiert bei “Foreign Policy” einige dieser unrealistischen Wahrnehmungen. Er definierte die Weltanschauung hinter diesen Wahrnehmungen als “globalen Legalismus”: “An idealistic belief that law can be effective even in the absence of legitimate institutions of governance”.