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Afghanistan: Lage in der Provinz Balkh

Der “Christian Science Monitor” hat einen Beitrag veröffentlicht, der die aktuellen Herausforderungen in der Provinz Balkh im Norden Afghanistan zusammenfasst. Die Provinz war bislang eine der stabilsten des Landes. Die Bundeswehr ist zahlenmäßig im “Camp Marmal” nahe Mazar-e-Sharif stark präsent. Nur ein Bruchteil der Soldaten verlässt das Lager jedoch. In einigen Distrikten mangelt es auch deshalb an Präsenz internationaler und afghanischer Sicherheitskräfte, so dass die Aufständischen hier (wie auch in der Provinz Kunduz) an Einfluss gewinnen konnten.

13 Kommentare zu “Afghanistan: Lage in der Provinz Balkh”

  1. Benjamin sagt:

    Ich sehe schon, wir kommen hier nicht auf einen Nenner. Zu einem Punkt möchte ich aber noch was sagen:

    “Offensichtlich wissen die Deutschen das und sind gegen den Einsatz, aber die Korruption in der Politik scheint soweit fortgeschritten das die Meinung des Soverän da nicht mehr ankommt.”

    In Demokratien ist es aufgrund der öffentlichen Meinung schwierig, längere Militäreinsätze wie in Afghanistan durchzuführen. In Demokratien neigt die öffentlich Meinung jedoch auch, mit Empörung auf bestimmte humanitäre Krisen zu reagieren.
    Wer es ernst meint mit Demokratie, der muss die Bundeswehr auf zukünftige Auslandseinsätze vorbereiten. Denn gefordert werden die auf jeden Fall, sobald die entsprechenden Bilder im Fernsehen zu sehen sind. Das ist nur eine Frage der Zeit.

  2. b sagt:

    @Benjamin – Was hat denn das ständige “westliche” Eingreifen mit eigenem Militär oder durch Einkauf ethiopischer Besatzer in Somalia seit 18 Jahren gebracht. Hat sich irgendetwas dort verbessert? Beispiel?

    Vielleicht läßt man besser die Clans dort das mal unter sich selbst ausmachen. In ein zwei Jahren würden die ein Gleichgewicht der Kräfte finden das zu einem Kompromiss führt.

    “Ohne handfeste politische und wirtschaftliche Interessen der Entsendestaaten, wird nicht das politische Risiko des Todes einer nennenswerten Anzahl von eigenen Soldaten hingenommen.”

    Richtig. “Humanitäre Einsätze” oder auch das fragwürdige Konzept “Responsibility to Protect” sind reine Propagandavehikel um diverse Partikularinteressen umzusetzen. Die haben nichts mit “nationalem Interesse” zu tun sondern sind jeweils dieser oder jener profitierenden Lobby zu verdanken. Nur derentwegen werden Auslandseinsätze durchgeführt.

    “Man kann es auch mit dem “Alten Fritz” ausdrücken: Die Wirren des Balkan sind nicht die Knochen eines pommerschen Grenadiers wert. (sinngemäß).”

    Genau. Da hat der alte Fritz recht. Und deshalb Hände weg von allen Auslandseinsätzen. Falls Belgien Holland angreift können wir uns ja immer noch überlegen auf welcher Seite wir einzugreifen. Wenn in Afghanistan oder Timbuktu Bürgerkrieg herrscht geht uns das aber nichts an da wir a. ohnehin nicht verstehen warum die da kämpfen und es b. absolut nichts mit unserer Sicherheit zu tun hat. (Merke: Wir haben so viel Tote durch Blitzschlag wie durch “Terrorismus”. Wann wird die Bundeswehr mich mit Milliardenaufwand vor Blitztreffern schützen?)

    Inzwischen sollte unsere Bundeswehr so konfiguriert werden das sie jedem verteidigend entgegentreten kann der unsere politische eigenständige Entfaltung eventuell bedroht.

    Das gilt in östlicher genauso wie in westlicher, nördlicher und südlicher Richtung.

    Wenn jemand meint er könne uns sein politisches “Programm” aufzwingen dann muss der Ruf der Bundeswehr (Ausrüstung-, Versorgungs- und Ausbildungsstand) ausreichend sein solchem entgegenzutreten. Das Militär und glaubwürdige Verteidigungsbereitschaft ist eine gute Versicherung gegen politische Erpressung. Deshalb sollten wir beides pflegen.

    Statt dessen verschwenden wir jetzt Milliarden für Militäreinsätze in einem Land das uns ansonsten in keiner Weise berührt. Ausser Rheinmetall und Konsorten hat da niemand etwas von. Offensichtlich wissen die Deutschen das und sind gegen den Einsatz, aber die Korruption in der Politik scheint soweit fortgeschritten das die Meinung des Soverän da nicht mehr ankommt.

  3. Georg sagt:

    @ Benjamin

    Zitat:

    “Auch ist es kein echtes Gegenargument, wenn man sagt, Staaten würden oft irgendwelche andere “Interessen” verfolgen. Wir können doch darauf hinarbeiten, dass die NATO oder die EU klare Kriterien erarbeiten, wann sie eingreifen wollen und wann nicht. Mit Sicherheitsrats-Zustimmung ist das dann auch völkerrechtlich in Ordnung. Interessen sind änderbar, Staatsverhalten ist änderbar. Das geschieht, wenn man genau hinguckt, übrigens andauernd.”

    Ohne handfeste politische und wirtschaftliche Interessen der Entsendestaaten, wird nicht das politische Risiko des Todes einer nennenswerten Anzahl von eigenen Soldaten hingenommen.

    Man kann es auch mit dem “Alten Fritz” ausdrücken: Die Wirren des Balkan sind nicht die Knochen eines pommerschen Grenadiers wert. (sinngemäß).

  4. Benjamin sagt:

    Das UNITAF-Beispiel ist doch perfekt. 30.000 Soldaten, die die Verteilung von Nahrungsmitteln an eine notleidende Bevölkerung absichern: Das ist für mich ein humanitärer Militäreinsatz. Sonst gab es in Somalia auch nichts zu holen.

    Auch ist es kein echtes Gegenargument, wenn man sagt, Staaten würden oft irgendwelche andere “Interessen” verfolgen. Wir können doch darauf hinarbeiten, dass die NATO oder die EU klare Kriterien erarbeiten, wann sie eingreifen wollen und wann nicht. Mit Sicherheitsrats-Zustimmung ist das dann auch völkerrechtlich in Ordnung. Interessen sind änderbar, Staatsverhalten ist änderbar. Das geschieht, wenn man genau hinguckt, übrigens andauernd.

    Ich bin der Meinung, die Welt ist nicht mehr die gleiche wie 1648. Warum sollte eine Intervention im Falle eines Völkermords noch mehr Leid verursachen? Warum sollten humanitäre und sicherheitspolitische Erwägungen nicht vereinbar sein?
    Man mag einzelne Einsätze kritisieren, aber Isolationismus entspricht m.E. weder den handfesten noch den “weichen” Interessen Deutschlands.

    Irgendwie ist es etwas unübersichtlich, unter diesen Blog-Beiträgen eine Grundsatzdebatte über Auslandseinsätze zu führen. ;-)

  5. Georg sagt:

    @ Benjamin

    Ich glaube auch, dass militärische Intervention aufgrund handfester Interessen erfolgen und weniger aus humanitären Gründen. Die humanitären Gründe sind aber gut für die eigene Legitimation des Einsatzes und der moralischen Rechtfertigung.

    Im Kosovokonflikt ging es meiner Meinung nach, nur darum Serbien zu sagen, ein dritter Angriffskrieg in Europa von Serbien auf eine Nachbarprovinz wird nicht mehr geduldet. Dies hat man ja mit der Bombardierung der serbischen Infrastruktur auch deutlich gezeigt. Nach der Meinung der Amerikaner wäre diese Bombardierung noch deutlicher ausgefallen, die Europäer, insbesondere die Franzosen haben hier gebremst.

    Was hat sich seitdem im Kosovo verbessert ?

    Es findet kein Genozid mehr statt, ein großer Erfolg, aber im Kosovo ist die organisierte Kriminalität auf Staatsebene angelangt. So unappetitliche Dinge, wie die Verschleppung von ca. 300 Personen und Organentnahme und anschließende Tötung sind wohl nicht ein gesellschaftliche Normalfall in Mitteleuropa.
    Drogenhandel, Waffenhandel und Frauenhandel sind ebenfalls normalerweise für eine Volkswirtschaft die Haupteinnahmequelle.

    Insgesamt ist mit einem enorm hohen Aufwand ein status qou, ein Waffenstillstand erzeugt worden. Trotz Unabhängigkeitserklärung sehe ich noch nicht sehr viel mehr Erfolge im Kosovo.

  6. b sagt:

    “Was war denn das geheime Interesse bspw. hinter der Intervention in Somalia? Ist die Welt nicht dadurch besser geworden, dass man eine noch viel schlimmere Hungerkatastrophe durch UNITAF verhindert hat?”

    UNITAF fand ich okay – den Einsatz dann aber militärisch fortzusetzen (UNOSOM II) fand ich falsch und das Ergebnis, nämlich Abbruch der Aktion, hat mich darin bestätigt.

    “Wen interessiert es, was noch für Interessen hinter dem Kosovo-Einsatz stecken, solange er ein zweites Srebrenica verhindert?”

    Mich interessiert schon wer damit Geld verdient oder andere Interessen verfolgt wenn soetwas passiert. Das solte sie auch interessieren da sie sonst in die Falle geraten das jemand eine Situation erst kreiert die “humanitäre Intervention” erfordert um politische oder wirtschaftlich Ziele zu verfolgen.

    “In Ruanda hätte man sehr einfach hunderttausenden das Leben retten können. Dass das nicht getan wurde, ist m.E. kein hinzunehmender Machnismus des internationalen Systems, sondern eine Schande für die UN und die westlichen Staaten.”

    Ja, ja, die westlichen Staaten und Ruanda. Fragen sie da mal insbesondere in Frankreich (Hutu Unterstützung) und den USA (Tutsi Unterstützung) nach.

    “Mir scheint, Sie verhaften in Ihrem Denken doch sehr in der Mentalität des Kalten Krieges und der komplementären “Theorie” (Neo-Realismus). Dabei obliegt es doch uns selbst zu definieren, was ein “nationales Interesse” ist.”

    Ich verhafte dem Denken des westfälischen Friedens und der Nichteinmischung in fremde Konflikte. Ein Drittel der deutsche Bevölkerung hat den 30-jährigen Krieg nicht überlebt. Aus deren Leid ist die Erkenntnis erwachsen das Einmischung nichts bringt ausser mehr Leid.

    Ja es obliegt uns zu definieren was “nationales Interesse” ist.
    Aber das sollten wir dann bitte auch nach vernünftigen Kriterien, nach offener Diskussion und nach demokratischen Regeln machen. Die deutsche Bevölkerung ist offensichtlich der Meinung das unsere Einmischung in Afghanistan NICHT im “nationalen Interesse” der Deutschen ist.

    “Ich will nicht ausschließen, dass man sich mit einem Mammutprojekt wie Afghanistan verhoben hat. Aber deshalb kategorisch zu einer moralisch indifferenten Machtpolitik bzw. Isolationismus zurückzukehren, ist doch wirklich keine Lösung.”

    Was ist denn eine Lösung? Sich in jeden Konflikt einzumischen? Nach welchen Kriterien? Nur auf Weisung aus den USA?

    Die Regel soll meiner Meinung nach Isolationismus sein. Jeder militärische Eingriff muss die absolute Ausnahme bleiben und auch nur dann erfolgen wenn die Sicherheit Deutschlands unmittelbar betroffen ist. Wir 80 Millionen sollten uns nicht einbilden das wir in einer Welt von 6500 Millionen Menschen alles besser machen können wenn wir ein paar tausend Soldaten schicken. Die Erfahrung zeigt doch das solche Eingriffe immer auch negative Wirkungen haben die zu Beginn kleingeredet werden oder gar nicht absehbar sind.

  7. Benjamin sagt:

    @b

    Was war denn das geheime Interesse bspw. hinter der Intervention in Somalia? Ist die Welt nicht dadurch besser geworden, dass man eine noch viel schlimmere Hungerkatastrophe durch UNITAF verhindert hat?

    Wen interessiert es, was noch für Interessen hinter dem Kosovo-Einsatz stecken, solange er ein zweites Srebrenica verhindert?

    In Ruanda hätte man sehr einfach hunderttausenden das Leben retten können. Dass das nicht getan wurde, ist m.E. kein hinzunehmender Machnismus des internationalen Systems, sondern eine Schande für die UN und die westlichen Staaten.

    Mir scheint, Sie verhaften in Ihrem Denken doch sehr in der Mentalität des Kalten Krieges und der komplementären “Theorie” (Neo-Realismus). Dabei obliegt es doch uns selbst zu definieren, was ein “nationales Interesse” ist.

    Ich will nicht ausschließen, dass man sich mit einem Mammutprojekt wie Afghanistan verhoben hat. Aber deshalb kategorisch zu einer moralisch indifferenten Machtpolitik bzw. Isolationismus zurückzukehren, ist doch wirklich keine Lösung.

  8. b sagt:

    “Ich möchte, dass Deutschland Verantwortung übernimmt und mit an einer besseren Welt arbeitet. Globale Stabilität, Demokratie und Wachstum entsprechen unseren “nationalen Interessen”. Aber es ich sehe auch moralische Verpflichtungen.”

    Es ist noch keinem geglückt eine bessere Welt mit Waffengewalt zu schaffen. Andere Methoden sind, bei gleichem(!!!) Mitteleinsatz, erheblich wirksamer.

    Anders gesagt: Wenn statt dem Geld das in den Bundeswehreinsatz in Afghanistan geflossen ist jeweils €5.000 an 200.000 afghanische Bauern geflossen wäre mit der einzigen Bedingung damit in Afghanistan hergestellte Arbeitsgeräte zu kaufen und zugleich eine kleine Traktorenfabrik (Nachbau Unimog 417) in Kunduz errichtet worden wäre (in Summe eine Milliarden Euro und Kleingeld = Peanuts im Vergleich zu den Einsatzkosten) wäre dann den Afghanen nicht weit mehr und vor allem langfristig geholfen gewesen?

    Moralische Verpflichtungen? Wo ist Ihr Aufruf im Kongo einzugreifen? Oder in Gaza?

    Wie Helmut Schmidt sagt: Jeder solcher “humanitäre” Einsatz von Militär wird nicht aus “humanitären” Gründen geführt sondern verbirgt bestimmte Interessen wirtschaftlicher oder politischer Art.

    Glaube sie das sich z.B. nur ein Mensch in der Politik sich wirklich für die humanitären Aspekte der Scharmützel zwischen Nomaden und sesshaften Bauern in Darfur interessiert? Da geht es nur um den Zugang zu den Ölfeldern unter der Wüste und um den Wettbewerb mit China diese zu erschliessen. Wo solche wirtschaftlichen Aspekte nicht betroffen sind fordert keiner in verantwortlicher Position diese oder jene Sanktionen oder Militäreinsätze.

    “Moralische Verpflichtungen” in der Aussenpolitik ist nichts als eine Propagandakeule um “Gutmenschen” zu überzeugen ihr Geld und ihre und anderer Gesundheit für diesen oder jenen egoistischen Zweck herzugeben.

  9. Noergler sagt:

    Hier muss differenziert werden. Die Provinz Balkh wird vom schwedischen PRT bedient. Und dem vernehmen nach liefern sich die Skandinavier nun immer wieder Scharmützel mit den Taliban.

  10. Benjamin sagt:

    “Warum müssen wir seit den 90ern plötzlich überall mit dabeisein wenn es vorher auch ohne solche Einsätze ging?”

    Also hätten wir im Kosovo auch nicht eingreifen, sondern wieder bei Krieg, Massakern und möglicherweise Völkermord zusehen sollen? Weil man das früher ja auch so gemacht hat?

    Auf die Gefahr hin, dass die Realpolitik-Fraktion jetzt die Augen rollt: Ich möchte, dass Deutschland Verantwortung übernimmt und mit an einer besseren Welt arbeitet. Globale Stabilität, Demokratie und Wachstum entsprechen unseren “nationalen Interessen”. Aber es ich sehe auch moralische Verpflichtungen.

  11. b sagt:

    Naja so peinlich finde ich das gar nicht – zumal in dem Artikel nur Schweden und Norweger genannt werden.

    Sehen wir den deustchen Einsatz mal im Vergleich zu den anderen in Afghanistan engagierten Nationen.

    Wer hats denn besser gemacht? Die Briten in Musa Quala? Die Amis in Nuristan?

    Wer hat dem potentiellen Erfolg in Afghanistan mehr zugrundegrichtet und die Unterstützung der Pashtunen verloren? Die Spezialkräfte der Amerikaner oder die deutschen “Brunnenbohrer”?

    Wer hat denn prozentual mehr echte Kampfkräfte pro insgesamt im Gebiet eingesetzte Soldaten im Einsatz als die Bundeswehr? Die Amis eventuell innerhalb der Marines aber insgesamt bestimmt nicht.

    Natürlich wünscht man sich da mehr Fronttruppen aber die EloKa-Kompanie die im Feldlager das afghanischen Mobiltelefonnetz abhört ist auch wichtig um den Fronttruppen überhaupt ein Lagebild geben zu können.

    Also die Bundeswehr da als besonders schlecht hinzustellen halte ich für unbegründet.

    @Franklin – “So wird Deutschland in der Welt niemals ernst genommen.
    Auf der anderen Seite: Wollen wir das? Die Konsequenz wäre, dass sich in Zukunft Deutschland an jedem militärischen Abenteuer als Welt-Hilfs-Sheriff beteiligen müsste. Das kann es auch nicht sein.”

    Genau.

    Aber wir werden auch ernstgenommen wenn wir gute Produkte liefern, uns freundlich zu allen verhalten und uns aus den permanenten amerikanischen Abenteuern heraushalten. Wir werden vor allen Dingen nicht arm dabei.

    Wer hat uns übrigens vor dieser Inflation an Auslandseinsätzen seit den 90ern nicht ernstgenommen?

    Welcher der vielen Einsätze nach dem zweiten Weltkrieg hat der amerikanischen Bevölkerung zu mehr Reichtum verholfen? Haben wir Deutsche ohne die Beteiligung an solchen Konflikten nicht eine bessere Entwicklung durchgemacht?

    Warum müssen wir seit den 90ern plötzlich überall mit dabeisein wenn es vorher auch ohne solche Einsätze ging?

  12. turan saheb sagt:

    Genau, “humanitäre Katastrophen” in Afrika oder Entwicklungen gegen unsere sicherheitspolitische Interessen irgendwo auf der Welt sind eine ganz andere Liga als wenn wir für alle erkennbar scheitern, wo wir uns vollmundig engagiert haben.

    Ein Problem im “Authistentempel” in MeS ist, dass in der Regel ein kompetenter Stabsoffizier mit Blick auf die Lage vor Ort effektiv arbeiten kann; ein Schwarm (ebenfalls kompetenter) Stabsoffiziere ohne Blick auf die Lage vor Ort sich aber liebend gerne auf Sachen stürzt, die alle Beteiligten besser beherrschen als Afghanistan: allgemeine Grundlagen der Stabsarbeit, Mitzeichnung oder Wiedervorlage, Statistiken wieviele Diszis es in welchen KWs gegeben hat… darüber kann man wunderbar die Lage auf der unbekannten Seite der HESCO-Wälle vergessen. Zumal man institutionelle Belohnungen eh nur für in Deutschland zähl- und messbares (Umweltschutzbefehl, Höhe des Schotters im Feldlager, DVGAs und Betreuungsveranstaltungen) bekommt. Und zum Kontingentende stellt man fest, dass die Abteilung so ausgelastet war, dass man eigentlich noch drei Fw zum Kaffeekochen und mindestens zwei Stabsoffiziere zum Verbindunghalten zur Nachbarabteilung haben müsste.

    Lösungsansatz: konsequente, fortlaufende Evaluierung der Lageentwicklung AUF DER ANDEREN SEITE des HESCO-Walls sowie des Beitrags, den jeder Dienstposten dazu geleistet hat; konsequente Anwendung der Prinzipien der Auftragstaktik (gegenseitiges Vertrauen!!!).

    Aber noch ist halt nicht Weihnachten…

  13. Franklin sagt:

    Peinlich, peinlich!
    Warum lässt man zu, dass der sog. “Gammeldienst” nun auch ins Ausland verlagert wird? Wenn der BW Einsatz tatsächlich so aussieht, sollte man sich das viele Geld sparen und die Leute nach Hause holen. So wird Deutschland in der Welt niemals ernst genommen.
    Auf der anderen Seite: Wollen wir das? Die Konsequenz wäre, dass sich in Zukunft Deutschland an jedem militärischen Abenteuer als Welt-Hilfs-Sheriff beteiligen müsste. Das kann es auch nicht sein.
    Dennoch: Wenn man was anfängt, sollte man es auch richtig und bis zu Ende machen.

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