Archiv | Informationsoperationen

Mavi-Marmara-Vorfall: Dokumentation der BBC

Die BBC hat eine umfangreiche Dokumentation zum Mavi-Marmara-Vorfall gesendet:

Wir müssen keine unserer Bewertungen revidieren. Bei einigen deutschen Journalisten und Aktivisten sieht das anders aus, denn diese lagen mit ihren Bewertungen erneut falsch bzw. haben (im Fall mancher Aktivisten) sogar die Unwahrheit gesagt.

Die von der BBC indirekt kritisierten Träger der Gaza-Kampagne reagierten auf die Dokumentation mit Rassismus-Vorwürfen. Zu einer sachlichen Widerlegung waren sie offenbar mangels Argumenten nicht in der Lage.

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Friederike Böge: “Krieg der Wahrnehmung” in Afghanistan

Friederike Böge von der FAZ gehört der sehr kleinen Gruppe deutscher Journalisten an, die zum Thema Afghanistan wirklich gute Arbeit leisten. Jeder ihrer Beiträge ist lesenswert.

Aktuell stellt sie die Medienarbeit westlicher Streitkräfte in Afghanistan der der Aufständischen gegenüber und kommt zu dem Ergebnis, dass die Aufständischen wesentlich erfolgreicher sind.

Im Konflikt in Afghanistan ist die Wahrnehmung der Bevölkerung von strategischer Bedeutung, da es z.B. von Wahrnehmungen bzgl. der Stärke und Schwäche der Konfliktparteien abhängt, welche Seite die Bevölkerung unterstützt. Die Leistungsfähigkeit der Aufständischen im Bereich Informationsoperationen ist daher ein ernstes Problem.

Wir haben selbst erlebt, die schwach ISAF hier agiert. ISAF ist eine unbewegliche Bürokratie, die aus zahlreichen nationalen, miteinander nur bedingt kompatiblen Unterbürokratien besteht. Das Personal ist häufig nicht mit Land und Bevölkerung vertraut und hat aufgrund der sehr kurzen Stehzeiten im Einsatz auch wenig Gelegenheit dazu, dies nachzuholen. Die Einrichtung eines YouTube-Kanals (normalerweise in fünf Minuten machbar) stellt bereits ein gigantisches Projekt dar, für das man sich wegen seiner Innovatität feiert, nur um dann am Ende festzustellen, dass das Vorhaben keine Wirkung auf die Bevölkerung hat. Wesentliche Teile des Repertoires der “Psychological Operations” dürfen zudem von ISAF aufgrund politischer Bedenken nicht eingesetzt werden.

Die Aufständischen haben keine Bürokratie, keine politischen Bedenken und fast keine Ressourcen, sondern nur ein paar hochmotivierte Operateure mit großer Handlungsfreiheit. Sie haben zudem die Bedeutung der “Propaganda der Tat” vollständig verstanden und wissen, dass am Ende die Verhältnisse am Boden die beste und glaubwürdigste Botschaft darstellen.

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