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Afghanistan: Präsenz der Aufständischen und Vertrauensverlust der Bevölkerung in der Provinz Balkh

Brigadegeneral Hans-Georg Schmidt (“Base Commander” in Mazar-e-Sharif, nicht der Kommandeur des PRT wie irrtümlich zuerst von uns behauptet) äußerte sich gegenüber der BBC zur Präsenz der Aufständischen in der Fläche der Provinz Balkh:

“In a major city like Mazar-e-Sharif, the local government is working well, but as soon as you get out into the countryside, smaller villages are all threatened by Taliban,” he says. “There are pockets of insurgents around Kunduz and elsewhere, and in those areas, in particular the Americans suffered heavy casualties over the past few weeks. But also in the west, the Swedish PRT is under constant attack from insurgents.”

Die Provinz im Norden Afghanistans mit ihrer Hauptstadt Mazar-e-Sharif gilt als eine der erfolgreichsten und stabilsten des ganzen Landes. Selbst hier gelingt es ISAF und afghanischen Sicherheitskräften bislang aber offenbar nicht, in der Fläche ausreichend präsent zu sein, um Aktivitäte der Aufständischen zu unterbinden.

Der Beitrag beschreibt, wie die Bevölkerung in Folge mangelnder Sicherheit zunehmend das Vertrauen in ISAF und afghanische Regierung verliere:

She says many Afghans are losing faith in Nato, their government, and their future. “Security is not good here,” she says. “America and other foreign troops have been here for nine years. Why we don’t have peace and security? I believe, in my life, there will be no peace or social justice. What I want is a better life for my children.” [...] The over-riding impression from a tour aimed at seeing progress was the impression that many Afghans are sitting on the fence, increasingly unwilling to throw in their lot with the government that Nato forces are in Afghanistan to support.

Die Kontrolle der Bevölkerung wäre in erster Linie durch die Schaffung von Sicherheit durch Präsenz von Sicherheitskräften realisierbar gewesen. Einige politische Führungen, auch die deutsche, haben dies bis heute entweder nicht verstanden und wollen die damit verbundenen Risiken nicht eingehen. Der Öffentlichkeit gegenüber wird der gescheiterte Ansatz der militärischen Passivität weiterhin als erfolgreicher “ziviler” Ansatz dargestellt.

Thema: Afghanistan, Counterinsurgency, ISAFKommentare (5)

Afghanistan/Pakistan: Meldungen 16. April

  • Kunar und Nuristan: Zahl der Sicherheitsvorfälle steigt parallel zu Ausweitung von Operationen durch ISAF. Mehr Vorfälle müssen kein Indikator für eine verschlechterte Bedrohungslage sein. (AFP)
  • Kunar: Bekämpfung der Aufständischen im Distrikt Wanat, wo es diesen 2008 gelang, amerikanischen Kräften relativ hohe Verlust zuzufügen. Herausforderungen: “In one village, the soldiers found an old woman carrying an assault rifle under her shawl; in another, they found a 12-year-old boy with a rocket-propelled grenade.” (New York Times)
  • Balkh: Anschlag auf Bw-Patrouille bei Mazar-e-Sharif. Der Norden war in den letzten Wochen wieder unruhiger.(Focus)
  • Lowgar und Wardak: Zusätzliche amerikanische Kräfte im Einsatz gegen Aufständische an der Südflanke Kabuls. (Reuters) Afghanische Medien melden die Beschlagnahmung von Sprengstoff in der Region. Es bestehen Sorgen bzgl.  Anschlägen im Zusammenhang mit dem “Mudschahidin-Tag” Anfang übernächster Woche. Vergangenes Jahr gab es einen spektakulären Anschlag auf eine Militärparade.
  • Kabul: Menschenmenge greift Demonstration von Frauenrechts-Aktivistinnen an. Kabul ist die progressivste Stadt des Landes. Der Vorfall ist ein weiterer Indikator dafür, dass eine Modernisierung der afghanischen Gesellschaft nicht in Sicht ist. (Associated Press)
  • Umfragen: Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage von BBC/ARC etc., aufgeschlüsselt nach Regionen für den Süden und Osten. (CSIS)
  • Pakistan/Distrikt Buner: Taliban nutzen Moscheen als Rekrutierungszentren für Kämpfer. Die Nutzung von Moscheen für militärische Zwecke macht diese zu legitimen Zielen für eventuelles militärisches Vorgehen. (Times of India)
  • Al-Qaida: Abdullah Sa’id, der Führer der “Schattenarmee” (“Lashkar al-Zil”, eine in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen bekannt gewordene Guerillaeinheit der Al-Qaida), beschreibt die Strategie militanter Islamisten in Afghanistan. Tatsächlich sind die verschiedenen Gruppierungen mangels einheitlicher Führung nicht zu strategischem Handeln fähig. Der Gegner ist ein dezentral strukturiertes Bündnis, das durch gemeinsame Weltanschauung und allgemein formulierte Ziele vereint wird. Die Teile der Bewegung handeln meist opportunistisch. (Long War Journal)

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