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Afghanistan: Aufständische verdoppelten Einsatz von IEDs 2008

Afghanistan: Aufständische verdoppelten Einsatz von IEDs 2008

Die Zahl der von Aufständischen eingesetzten improvisierten Sprengvorrichtungen (“Improvised Explosive Devices”, IEDs) stieg 2008 gegenüber dem Vorjahr um 45% auf 3.276 an. Die Zahl der durch IED getöteten internationalen Soldaten stieg von 75 auf 161.

IEDs gehören zu den wirkungsvollsten Waffen Aufständischer in Afghanistan. Zu den IEDs werden von Sprengsätzen am Straßenrand über Autobomben zahlreiche Methoden gezählt, mit denen Sprengstoffanschläge auf internationale und afghanische Sicherheitskräfte verübt werden. Auch Kräfte der Bundeswehr werden in Nordafghanistan regelmäßig mit IEDs angegriffen.

Hier findet sich eine mehrteilige Serie über die Bedrohung durch IEDs.

Ein naheliegendes Schutzkonzept beruht auf passivem Schutz: Fahrzeuge werden zunehmend gepanzert, mit Störsendern ausgestattet und Bewegungen außerhalb der Feldlager auf das Minimum reduziert. Dieses Konzept hat jedoch den Nachteil, dass der Gegner seine Ziele damit zumindest teilweise erreicht. Eine starke Präsenz in der Bevölkerung ist die Voraussetzung der erfolgreichen Bekämpfung irregulärer Kräfte.

Vor diesem Hintergrund haben die USA im Irak erfolgreich andere Ansätze erprobt, mit denen die Zahl der IED-Anschläge deutlich reduziert werden konnte. Nach den Grundsätzen “Defeat the Device” und “Train the Force” werden weiterhin auch passive Maßnahmen verfolgt. Diese werden jedoch durch “Attack the Network” ergänzt. Maßnahmen gegen IEDs wurden als Teil des gesamten Spektrums der Maßnahmen zur Bekämpfung irregulärer Kräfte betrachtet. Die Tendenz des Rückzugs in die Lager wurde umgekehrt, und im Rahmen der verstärkten Präsenz in der Bevölkerung erhielt man mehr Hinweise auf deponierte IEDs. Diese wurden zudem nicht mehr als technisches Einzelproblem betrachtet, dass passiv abgewehrt werden musste, sondern als Taktik des Gegners. Aktivitäten richteten sich zunehmend gegen die für den Einsatz verantwortlichen Zellen.

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